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Messe Zukunft Personal: Dialog zwischen Frauen und Männern fördern

18.07.2013

Männer und Frauen haben die gleichen Aufstiegschancen – das glauben zumindest viele Menschen zwischen 20 und 30 Jahren. Wenn sie Geschlechtsunterschiede nicht mehr wahrnehmen, könnte das berufliche Fortkommen der Frauen allerdings darunter leiden, meint die Management-Professorin Dr. Elisabeth Kelan vom King’s College London. Als Keynote-Speaker erklärt die Forscherin und Autorin auf dem Messe Zukunft Personal in Köln am Donnerstag, 19. September, die Gründe dafür und gibt Einblick in ihre langjährigen Untersuchungen zum Thema Gender-Management.

„Bei Millenials stellen wir fest, dass die Unterschiede zwischen Männern und Frauen in Bezug auf Selbstvertrauen und Führungswillen gering sind“, erklärt Dr. Elisabeth Kelan. Das sei eine riesengroße Chance für Unternehmen, die Geschlechtervielfalt in Führungspositionen voranzubringen. Doch wer die Unterschiede von geschlechtlicher Wahrnehmung leugne, laufe Gefahr, diese Chance zu verspielen. „Die Forschung hat gezeigt, dass Männer und Frauen noch sehr unterschiedliche Erfahrungen machen, aber nicht unbedingt in der Lage sind, sie als solche zu erkennen.“

Insbesondere Frauen schrieben berufliche Misserfolge häufig ihrem persönlichen Versagen zu – obwohl oft noch Gender-Mechanismen dafür verantwortlich seien. „Wenn Frauen beispielsweise immer die Assistenzaufgaben im Team übernehmen, spielen schon Gender-Schemata und die Erwartungen an Männer und Frauen eine Rolle“, so Kelan. Von daher müssten wir auch heute noch die Kategorie Geschlecht immer im Kopf behalten.

Dialog zwischen Frauen und Männern fördern
Es hapere der Studie zufolge eher am mittleren Management. „Viele Männer in dieser Hierarchie-Ebene lesen Gender-Management als Frauenthema“, meint die Management-Professorin. Dabei gehe es um beide Geschlechter. „Viele Männer sehen gar nicht, dass dies auch für sie relevant ist und dass sie damit selbst Führungspotenzial entwickeln können.“ Deshalb müssten Unternehmen vor allem die Männer mit ins Boot holen und ihnen zu verstehen geben, dass sie bei der Zusammenarbeit mit Frauen nur gewinnen können und dass das Thema nicht etwa peinlich, sondern sehr geschäftsrelevant sei. Wie Arbeitgeber mehr Aufmerksamkeit für diese brisanten Zusammenhänge schaffen und einen wirklichen Dialog zwischen Männern und Frauen fördern, erfahren die Messebesucher der Zukunft Personal bei Elisabeth Kelans Keynote-Vortrag.

Weitere Informationen:
www.zukunft-personal.de

Bildtext: Dr. Elisabeth Kelan