Denn viele Schüler wissen, dass das Pflichtpraktikum der Schule bei Weitem nicht ausreicht, um sich darüber klar zu werden, welchen Beruf sie später erlernen möchten.
Anja D. hat ihr Praktikum in einem Garten- und Landschaftsbaubetrieb (GaLaBau) bereits hinter sich. Die 16-jährige hat die letzten Sommerferien genutzt, um im Betrieb der Eltern ihres Freundes mitzuarbeiten, die das Unternehmen schon in zweiter Generation führen. Anja D. wusste schon ungefähr, was alles zur Arbeit des Landschaftsgärtners gehört. Selbstverständlich scheint das aber nicht zu sein. "Viele haben ganz falsche Vorstellungen von dem Beruf", erklärt sie. "Einige in meiner Klasse zum Beispiel glauben immer noch, dass ein Landschaftsgärtner den ganzen Tag im Gewächshaus steht und Rosen schneidet", meint sie kopfschüttelnd. "Dass Landschaftsgärtner hingegen städtische Sportplätze und das größte Freibad der Stadt gestaltet haben, stößt auf Erstaunen. Auch ist den wenigsten wirklich bewusst, dass es im Frühjahr im Park nur so schön blüht und so viele große Bäume die Straßen säumen, weil hier Landschaftsgärtner am Werk waren."
Nicht zu vergessen die vielen kunstvoll gepflasterten Plätze, auf denen die Schüler im Sommer ihr Eis verspeisen. Darüber hinaus bewegen Landschaftsgärtner Erdmassen, heben Entwässerungsgräben aus und legen private Ziergärten sowie Teiche an. Körperliche Belastbarkeit ist deshalb ein unbedingtes Muss für alle, die sich für diesen Beruf interessieren. "Muskelkater gehört dazu", bestätigt auch Anja D. "aber so spare ich mir eben das Fitnessstudio. Außerdem mag ich es, dass ich nach getaner Arbeit sehen kann, was ich Schönes geschaffen habe!" Die Schülerin ist sich sicher: Später will sie als Landschaftsgärtnerin die Welt mit viel frischem Grün verschönern.
Ein vielseitiger Beruf mit Perspektive
Mit einer abgeschlossenen Ausbildung im GaLaBau gibt es gute Zukunftsaussichten. Die grüne Branche boomt seit Jahren, die Wertschätzung des öffentlichen Grüns hat bei Investoren, Industrie, Städten und Gemeinden sowie vor allem bei Privatleuten zugenommen. Dazu kommt, dass der GaLaBau im Vergleich zu anderen Berufen bei vielen Schülern weniger bekannt ist. Motivierte und geeignete Jugendliche, die einen Ausbildungsplatz als Landschaftsgärtner suchen, haben deshalb sehr gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz. Auf jeden Fall ist vorab ein Praktikum ratsam, um sich mit den Arbeiten vertraut zu machen und seine Fähigkeiten auszutesten. Neben Interesse an Natur sollten interessierte Schüler wetterfest sein und auch technisches Geschick sowie mathematisches Verständnis mitbringen. Denn sie gehen nicht nur mit Pflanzen um, sondern lernen auch Motorsäge, Bagger und andere Maschinen zu bedienen und beispielsweise Neigungswinkel und Fugenhöhen zu berechnen.
Quelle: BGL
Weitere Informationen:
www.landschaftsgaertner.biz
www.galabau.de
(Die Links wurden am 29.03.2008 getestet.)
Bild: Neben dem Bau von Parks, Alleen und Gärten gehören auch Pflasterarbeiten zur Aufgabe eines Landschaftsgärtners. Foto: BGL