Wie die Organisatoren mitteilen, wird bei dem großen nordhessischen Literatur-Festival ein „Programm der Superlative“ offeriert, an dem unter anderem die Star-Autoren Hans Magnus Enzensberger und Martin Mosebach sowie der große Schauspieler Mario Adorf mitwirken.
Bildtext (r.): Mario Adorf in der Bärenmühle
Das Festival beginnt mit einer feierlichen Eröffnung am 29. März um 19.00 Uhr in der 500 Jahre alten Rathausschirn in Frankenberg, bei der Büchner-Preisträger Martin Mosebach über seine Beziehung zu den Brüdern Grimm sprechen sowie sein neuestes Buch „Das Blutbuchenfest“ vorstellen wird.
Bildtext (l.): Adriana Altaras (*1960, Zagreb) - Regisseurin, Schauspielerin und Autorin. Sie ist für ihre berührenden und zugleich unterhaltsamen Theaterstücke bekannt.
Am Sonntag, dem 30. März, wird dann in einer exklusiven Sondervorstellung der neue Kinofilm von Mario Adorf gezeigt: In „Der letzte Mentsch“ spielt Adorf einen älteren Herrn, der Zeit seines Lebens seine jüdischen Wurzeln verleugnet hatte, nun aber, da er seinen Tod nahen sieht, wieder daran anknüpfen will. Nach der Vorstellung des Films, der im Mai in die deutschen Kinos kommt, wird Adorf im Frankenberger Thalia-Kino über die Dreharbeiten und seine Beziehung zu dem Werk sprechen.
Ein weiterer Höhepunkt des Festivals werden zwei Veranstaltungen mit Hans-Magnus Enzenberger sein, die am 5. und 6. April stattfinden. So wird Enzensberger am Samstag, dem 5. April, auf Schloss Waldeck mit dem bekannten Literaturkritiker Denis Scheck über die Zeitläufte diskutieren.
Bildtext (r.): Thea Dorn (*1970 Offenbach) gilt als äußerst vielseitige Schriftstellerin, Dramaturgin und Fernseh-Moderatorin. Foto: © Kerstin Ehmer
Am Sonntag, dem 6. April, wird der Dichter und Philosoph dann mit dem Zeit-Reporter Jochen Bittner über den wahren Luxus unserer Zeit debattieren – eben keineswegs Champagner, Austern oder schnelle Autos, sondern Werte wie Stille, Raum und unverbrauchte Landschaften, die heute immer seltener werden.
Das Literatur-Festival wurde vor drei Jahren aus Anlass des 200. Jahrestages der Herausgabe der Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm ins Leben gerufen und steht unter der Schirmherrschaft von Mario Adorf und dem Schriftsteller Friedrich Christian Delius. Entsprechend dem Konzept, die Grimms in allen ihren Facetten zu reflektieren – nicht nur als Märchensammler, auch als Wortforscher, politische Zeitgenossen und Inspiratoren von Generationen von Dichtern – wird viel zeitgenössische Literatur geboten, aber auch klassische Weltliteratur an authentischen Orten.
Bildtext (r.): Katja Eichinger (*1971 Kassel), Filmjournalistin, Autorin. Foto: © Mathias Bothor/photoselection
Insgesamt zehn Tage lang werden Lesungen, Debatten und Workshops geboten. So kann man, angeleitet von dem Schriftsteller Josef Haslinger, in die Kunst des Romanschreibens eintauchen. In einem Burgverlies wird aus dem geheimen Tagebuch eines französischen Edelmanns am Hofe von Ludwig XIV. vorgelesen. In einer Salonkutsche kann man zuhören, wie in szenischer Lesung aus einer Briefkorrespondenz von Wilhelm und Jacob Grimm vorgetragen wird.
Bildtext (l.): Gudrun Rathke (*1965,Waiern, Kärnten), Märchenerzählerin. Foto: © Katharina Jaeger, Fotografische Werkstatt
Zu den weiteren prominenten Teilnehmern des Festivals gehören Adriana Altaras, Thea Dorn, Hans Magnus Enzensberger, Katja Eichinger, Josef Haslinger, Hanns-Josef Ortheil, Hans Pleschinski, Asta Scheib, Denis Scheck und Peter Schneider. Dabei ist auch der Dichter Johannes Kühn – ein zeitgenössischer Hölderlin, der das Dorfuniversum beschreibt.
Drei Hotels veranstalten das Festival, das in diesem Jahr zum dritten Mal abgehalten wird: das Hotel Die Sonne Frankenberg, Hotel Schloss Waldeck und das Landhaus Bärenmühle im Lengeltal. Ein vierter Schauplatz ist Schloss Friedrichstein in Bad Wildungen. Bei der Programmgestaltung wirkte die Berliner Kultur- und Konzeptagentur Graf & Frey maßgeblich mit.
Bildtext (r.): Asta Scheib, Schriftstellerin. Foto: © Catherina Hess
Weitere Informationen:
www.literarischer-fruehling.de
www.baerenmuehle.de
Titelbild: Friedrich Christian Delius in der Frankenberger Rathausschirn bei der Eröffnung des Literarischen Frühling 2014