Cecilia Bartoli ist die ganze Geschichte zu verdanken. Sie hat den zu Unrecht vergessenen Meister der Barockoper Agostino Steffani neu entdeckt und „gleich gewusst: „Das ist ein Fall für Donna Leon!“. Um Agostino Steffani ranken sich viele Geheimnisse. Er liebte die Musik und das Komponieren ebenso leidenschaftlich wie die katholische Kirche, für die er u.a. in Hannover missionierte.
Wie sich herausstellte, war er ein „musico“, so wurden im 17. Jahrhundert die Kastraten genannt. In „Niobe“, einer seiner berühmtesten Opern, heißt es: O mio fiero Destin, perversa sorte! Spari mia vita e non mi date a morte – Oh mein stolzes Schicksal, launisch Los! Zerstört mir das Leben verweigert den Tod! Nicht von ungefähr hat es Donna Leon ihrem Roman vorangestellt. Wer das im Buch erwähnte Gemälde Steffanis betrachtet, sieht einen todtraurigen Kirchenmann mit aufgedunsenem Gesicht. Was nicht von ungefähr kommt …
Caterina Pellegrini freut sich, dass sie in ihrer Heimat Venedig einen Job bei der Fondazione Musicale Italo-Tedesca antreten kann. Sie soll zwei verschollen geglaubte Truhen aus dem Nachlass Steffanis untersuchen, angeblich befinde sich darin ein Schatz. Auf den die beiden Cousins, Nachfahren der Familie Steffanis, schon ganz wild sind. Und nicht nur diese. Ein Mord in höchsten europäischen Adelskreisen kommt auch vor, doch der liegt schon einige hundert Jahre zurück.
Das Geheimnis um die himmlischen Juwelen lüftet Donna Leon erst ganz am Schluss und die Leser sind ebenso verblüfft wie die Cousins und der Rechtsanwalt, der Caterina beinahe becirct hat. Doch aus einem Happy End mit diesem wird nichts, Caterina wird an die Universität St. Petersburg gerufen. Und erlebt dort – so hoffen wir! – weitere Abenteuer.
brikada-Bewertung: Die neue Protagonistin Leons hat das Potential für weitere Bände! Mehr von Caterina!
Doris Losch
Leserbewertung:
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Donna Leon: „Himmlische Juwelen“ Hardcover Leinen mit Schutzumschlag, 304 Seiten, Euro 22.90, ISBN 978 3 257 06837 5, erschienen im Diogenes-Verlag, Zürich.