Nina betreibt in Paris gemeinsam mit ihrem Mann Roger einen Zeitungskiosk und träumt von einem Hochglanz-Leben. Wäre doch gelacht, meint sie, wenn sie das nicht auch schaffen könnte und wirft sich in Perücke und Lackmantel, trägt verführerisches Lippenrot auf und besprüht sich mit Orchideenparfüm. Sie beginnt ein – wie sie meint – raffiniertes Spiel, um ihren langweiligen Angetrauten zurück zu erobern und verliert ihn doch umso endgültiger. Auch ihre Affäre mit einem Politiker bringt nur vorübergehend ein wenig Glanz. Was bleibt, ist eine gewisse schäbige Traurigkeit, eine Ratlosigkeit, die Sempé in seiner Umschlagsillustration sehr treffend eingefangen hat. Nicht übersehen dürfen wir freilich die in die Geschichte hinein gewobenen Fäden schüchternen Humors...vielleicht gibt es ja doch ein Quantum Trost, irgendwann? Frau möchte Nina zurufen: "Geh nach vorne, habe einfach als Frau das letzte Wort"!
Über die Autorin
Françoise Dorner ist 1949 in Paris geboren, war Schauspielerin und hat für das Theater geschrieben. Sie wurde mit dem Theaterpreis der Académie française und dem Prix Goncourt du Premier Roman für ihren Erstling "Die Frau in der hinteren Reihe", der jetzt in deutsch erschienen ist, ausgezeichnet. Heute widmet sie sich ganz dem Schreiben.
Doris Losch
brikada-Bewertung: Zu lesen an einem trüben Tag, begleitet von einer guten Tasse Tee und der Erkenntnis, dass Frauen und Männer leider sehr häufig aneinander vorbeireden und –leben.
Leserbewertung:
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Françoise Dorner: "Die Frau in der hinteren Reihe", Roman, gebunden, 160 Seiten, 17.90 Euro, 978-3-257-06667-8, erschienen im diogenes-Verlag, Zürich.