Es ist eine wahre Freude, das umfassende Werk zur Hand zu nehmen. Denn es eröffnet sich eine faszinierende Wissensfülle zum Thema Mode und Tracht, die wohl jeder Frau und insbesondere jenen gefällt, die mit Stoffen und Schnitten zu tun haben, Mode oder Design studieren oder sich einfach gerne über historisches“ Gwand“ informieren, Schwerpunkt Bayern.
Eine Bürgersfrau, die auf sich hielt und es sich leisten konnte, trug im 18. Jahrhundert, also im Früh- und im Hochrokoko, ein Caraco oder einen Caraco-Spenzer, enganliegende Jäckchen mit allerlei kunstvollen Details. Frauen des erstarkenden und zunehmend wohlhabenden Bürgertums ließen sich selbstbewusst in ihrer besten Kleidung malen – zahlreiche Abbildungen von Gemälden zeugen im Buch davon. Bei den porträtierten Damen handelt es sich in der Mehrheit um reifere Frauen, die übrigens sehr gut aussehen in ihren edlen „Outfits“ (pardon).
Die modische Zeitreise, die bis zum Ende des 19. Jahrhunderts bzw. in die Krinolinenzeit (1840- 1860) führt, verdeutlicht, wie erschütternd groß doch der Unterschied der Nähkunst einst und heute ist. Was natürlich auch mit Kultur zu tun haben könnte …
Brikada-Empfehlung: Blättern, staunen, sich entzücken! Hochinteressant sind die soziologischen Aspekte, die Informationen über Stoffe sowie der Blick auf die wenig glamouröse Existenz von Waschfrauen. Autorin: Doris Losch
Rita Szeibert: „Meisterstücke zwischen Mode und Tracht – Caraco – und Spenzergewand“ , wattierter farbig bedruckter Leineneinband, 164 Seiten, 197 Abbildungen, Lesebändchen, Euro 34.90, ISBN 978 37774 2929 8, erschienen im Hirmer Verlag, München.
Weitere Informationen: www.hirmerverlag.de