Neben großen Namen, wie Utamaro, hat Lothar-Günther Buchheim seine Sammeltätigkeit besonders auf zwei berühmte Künstler gelenkt, die in ihrem kraftvollen figürlichen Stil große Meisterschaft erreichten: Utagawa Kunisada (1786-1865) mit seiner Serie von Porträts berühmter Kabuki-Schauspieler vor den Stationen der Tokaido-Straße und Utagawa Kuniyoshi (1798-1861) als epischer Schilderer historischer, legendärer, zeitkritischer und auch humorvoller Szenen vor den Silhouetten des gebirgigen Kisokaido-Weges.
Neben teilweise sehr blutrünstigen Heldensagen vermitteln Künstler-Bohème, Gespenstergrusel, Straßenhändlertum und klösterliche Versuchung einen äußerst lebendigen Eindruck vom damaligen Leben in Japan.
In einem weiteren thematischen Schwerpunkt öffnet sich die Welt der schönen Halbweltdamen und der häufig auch nicht wenig attraktiven Bürgerfrauen.
Schließlich geben großformatige Schlachtenszenen aus der Spätzeit dieser Holzschnittkunst einen Eindruck von der Qualität der Zeitungsillustrationen bevor der Fotoapparat erfunden wurde.
Abgerundet wird die Schau durch eine Serie von seltenen Färberschablonen aus Maulbeerbaumpapier, die im vorindustriellen Zeitalter beim Druck feiner Kimono-Stoffe zum Einsatz kamen.
Zur Ausstellung erscheinen zwei Begleithefte mit farbigen Abbildungen zum Preis von je 9,80 Euro. Band I.
„Farbholzschnitte Ukiyo-e der Sammlung Buchheim“ enthält Texte von Lothar-Günther Buchheim, Clelia Segieth und Irene Wegner. Bd. II „Auf den Wegen von Kisokaido und Tokaido“ Texte von Irene Wegner.
Die Ausstellung wurde von Museumsleiterin und Kuratorin des Buchheim Museums, Dr. Clelia Segieth, und Dr. Irene Wegner, Gastkuratorin und Ostasienwissenschaftlerin, konzipiert und gestaltet. Die wissenschaftliche Bearbeitung der Exponate lag in den Händen von Irene Wegner.
Die Sonderausstellung ist bis 7. April 2013 im Buchheim Museum, Bernried, zu sehen.
Weitere Informationen:
www.buchheimmuseum.de
(Der Link wurde am 25.10.2012 getestet.)
Bildunterschrift: Utagawa Kuniyoshi, Station 45: Ochiai, aus der Serie „Die 69 Stationen am Kisokaido“, 1852