Eine der umfangreichsten Sammlungen Thüringer Porzellane vom 18. bis frühen 20. Jahrhundert befindet sich auf der Leuchtenburg, insgesamt 99 Manufakturen sind in der Sammlung vertreten.
Die wichtigsten Thüringer darunter sind aus Blankenhain, Burgau, Eisenberg, Gera, Gotha, Ilmenau, Kahla, Kloster-Veilsdorf, Lichte, Limbach, Pößneck, Rauenstein, Rudolstadt, Schaala, Schwarzburg, Sitzendorf, Volkstedt und Wallendorf. Auch Porzellane der KPM, Meißens und der fränkischen Manufakturen gehören zum Repertoire.
Drei wandhohe Sondervitrinen ermöglichen einen ganz besonderen visuellen Eindruck dieser Preziosen. Zwei dieser Spezialanfertigungen sind nach Objektgruppen geordnet und zeigen figürliches Porzellan zum einen und Kannen zum anderen. Vom Milchkännchen über Sahnegießer, Kakao-, Kaffee und Teekanne, unabhängig von Herstellungszeit oder -ort zeigen diese ein unglaubliches Bild an Vielfalt, Stil und Können. Zu sehen ist die Teekanne aus Kahla von 1970 genauso wie die originale beeindruckende Wallendorfer Kanne aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.
Eine dieser Hauptvitrinen bildet den Höhepunkt und zeigt alle Gruppen, jedoch zu zwei Fabriken gehörend: Leuchtenburg-Porzellan der Firma C.A. Lehmann & Sohn und Bauer & Lehmann. Es handelt sich dabei um Haushalts- und Zierporzellan, Kaffee- und Teegeschirren in einer unglaublichen Vielfalt an Dekoren, von abstrakten Bauhaus bis hin zu blumigen „Kitsch“.
Spannend sind auch die neuen Technologien, die die Manufaktur anwendete, z. B. Spritzdekor mit Airbrush-Pistolen vor allem auf der Kakaokanne der Form „Miranda“, welche von 1910 bis 1935 hergestellt wurde und sich heute hoher Beliebtheit bei Sammlern erfreut.
Eine einzigartige Sammlung ist auf der Leuchtenburg entstanden, die durch leidenschaftliche Porzellansammler wie heute Hans Kurz aus Bad Soden unterstützt wird. Besonders angetan hat ihn die Verbindung der Leuchtenburg zum gleichnamigen Leuchtenburg-Porzellan. Hans Kurz konnte ausgefallene Stücke dieses Exportschlager-Porzellans, das als Bodenmarke die markante Leuchtenburg trägt, auf der ganzen Welt, vor allem der USA, ausfindig machen und brachte sie zurück in ihre alte Heimat.
Die Bodenmarke Leuchtenburg ist eine sehr seltene und besondere Marke, gerade für die Leuchtenburg. Zu sehen ist der Bergfried der Leuchtenburg mit Turmspitze und Zinnenkranz (nur adaptiert abgebildet). Sie wurde erstmals als Malermarke 1885 bis ca. 1935 von der Firma C.A. Lehmann & Sohn verwendet.
Mit den Porzellanwelten wird auf der Leuchtenburg derzeit eines der innovativsten Ausstellungskonzepte Deutschlands vorbereitet. Aufsehenerregende Architektur im Zusammenspiel mit der historischen Burganlage wird den zukünftigen Besuchern eine außergewöhnliche, moderne und multimediale Ausstellung präsentieren, die bundesweit einzigartig ist. Das Gesamtkonzept aus Architektur und den Porzellanwelten wird den Besucher faszinieren und als ein neuer kultureller Höhepunkt in Mitteldeutschland die Kulturreisenden nach Thüringen einladen.
Weitere Informationen:
www.leuchtenburg.de
(Der Link wurde am 12.08.2012 getestet.)
Bildtext: Die Kuratorin Anne Meinzenbach und der weltweite Leuchtenburg-Sammler Hans Kunze aus Taunusstein.