Brikada - Magazin für Frauen

Brikada

Münchner Stadtmuseum: Herlinde Koelbl

19.01.2011

Herlinde Koelbl (geboren in Lindau, lebt in München) ist eine der renommiertesten deutschen Fotografinnen und Dokumentarfilmerinnen. Erst mit 37 Jahren hat sie mit dem Fotografieren begonnen. 1976 schenkte ihr ein Freund ein paar Filme, mit denen sie ihre vier Kinder aufnahm. Schnell erkannte sie ihre Leidenschaft für das Medium und die Möglichkeit, Porträts mit einer ganz besonderen Aussage zu erschaffen.

Die Ausstellung ist in einzelne Themenblöcke gegliedert, die sämtliche Facetten ihres Werks präsentieren. Das Besondere an Herlinde Koelbl ist, dass sie Themen konzeptionell gestaltet und künstlerisch mit ihrem ganz eigenen Blick umsetzt.

Einen Schwerpunkt der Ausstellung bildet die ab 1980 entstandene Fotoserie Das deutsche Wohnzimmer. Herlinde Koelbl porträtiert Menschen aus allen sozialen Schichten in ihren Wohnzimmern.

Eine ungewöhnliche Sicht des nackten Frauenkörpers entwickelt die Fotografin in dem Buch Starke Frauen. Sie zeigt nicht das gängige Bild der schönen schlanken Frau, sondern kreiert eine völlig neue Form der Ästhetik mit der Inszenierung der Körperfülle, Vitalität und Präsenz ihrer Modelle. Mit den Aktportraits der russischen Gräfin Nina schuf die Fotografin abstrakte Körperlandschaften, die das Alter voller Würde in seiner Zerbrechlichkeit und der ihm eigenen Schönheit wiedergeben.

Die Ausstellung „Herlinde Koelbl – Mein Blick“ - Eine Werkschau 1976 – 2010 ist noch bis zum 10. April 2011 im Münchner Stadtmuseum / Sammlung Fotografie zu sehen.

Weitere Informationen:
www.stadtmuseum-online.de

Bildunterschrift: Sein und Schein, Louis Bourgeois,
New York 2001. © Herlinde Koelbl

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