Ausgangspunkt der kulturgeschichtlichen Ausstellung ist ein Überraschungsfund, der bei Grabungen im sibirischen Altaigebirge zu Tage kam. Im Grenzgebiet von Russland, Mongolei, China und Kasachstan entdeckten Archäologen vor knapp zwanzig Jahren im Gräberfeld von Ak-Alacha etwas Außergewöhnliches.
Einer der Grabhügel barg ein Doppelgrab für einen Mann und ein Mädchen. Nicht nur der Mann trug Waffen, sondern auch die junge Frau mit Paraderüstung einer Reiterkriegerin war mit funktionstüchtigen Streitäxten, Dolchen, Pfeilspitzen und Bogen bestattet worden. Zu den Grabbeigaben gehörten neun Pferde mit prachtvollem Sattel- und Zaumzeug sowie verzierten Schutzschilden.
Diese eindrucksvollen Belege aus der Wirklichkeit der Steppennomaden Sibiriens zeugen davon, dass dem sagenumwobenen Mythos der „Amazonen“ ein großes Stück Realität innewohnt. Erstmals überhaupt wird dieser kulturgeschichtlich hoch bedeutsame Schatz ausgestellt.
Die Sonderausstellung „Amazonen - geheimnisvolle Kriegerinnen“ ist im Historischen Museum der Pfalz in Speyer, nur noch bis 13. Februar 2011 zu erleben.
Weitere Informationen:
www.museum.speyer.de
Bildunterschrift: Filigran gearbeitete Kette. Die Gesichtszüge des Frauenkopfes, der die Artemis von Ephesos darstellen könnte, sind genauso deutlich herausgearbeitet wie die Flügel und Gesichter der Miniaturanhänger. Leihgeber: Archäologisches Institut der Akademie der Wissenschaften der Ukraine. 330-300 v. Chr. Foto (Detail): Peter Haag-Kirchner/Historisches Museum der Pfalz Speyer
(Der Link wurde am 15.01.2011 getestet.)