Die neuen Multifokal-Linsen oder auch Trifokal-Linsen bilden die dritte Generation der künstlichen Linsen (Interokular-Linsen IOL), die direkt in das Auge eingesetzt werden. Das Besondere daran seien, so die u.a. auf die Implantation von Linsen und die Operation des Grauen Stars (Katarakt) spezialisierte Münchner Augenärztin, das Zusammenspiel von drei so genannten Brennpunkten.
Diese Brennpunkte bieten den Patienten scharfe Sicht in der Nähe und in der Ferne und, das ist das Neue – auch im Intermediärvisus, also im mittleren Sichtbereich wie etwa am PC. Auch Über-Kopf-Arbeiten wie Malern oder bestimmte sportliche Aktivitäten (Gleitschirmfliegen, Tauchen etc.) bereiten sichtmäßig keine Schwierigkeiten mehr, auch nicht bei diffusem Dämmerlicht oder nachts. Die Linsen bestehen aus dem besonders verträglichen Material Acrylat, sind Made in Germany, und werden wie bisher über einen winzigen, ca. 1,8 mm-Schnittes vor die Netzhaut eingesetzt.
Für wen kommen diese Linsen in Frage? Dr. med. Elisabeth Frieling-Reuss: „Sie eignen sich vor allem für Menschen mit Grauem Star, für vorgezogene Katarakt-Operationen, für Kurz- und Weitsichtige und für Menschen, die nach längerer Nutzung von Kontaktlinsen diese nicht mehr vertragen. Altersweitsichtige brauchen mit den Linsen keine Lesebrille mehr.“
Grundsätzlich müsse das Auge gesund sein. Sei die Makula nicht in Ordnung oder liege ein schwerer Diabetes vor, sei von der Operation abzuraten. Eine Hornhautverkürzung dagegen könne damit ausgeglichen werden.
Die Linsen gehen auf eine Entwicklung von Dr. Christine Kreiner, Spezialistin für Augenheilkunde, Dermatologie und augenchirurgische Produkte, auf den 90-er Jahren zurück.
Doris Losch
Weitere Informationen:
www.meditec.zeiss.com/lisa-tri
(Der Link wurde am 18.05.2013 getestet.)
Bildtext: Dr. med. Elisabeth Frieling-Reuss