Augsburg. - Der mit 15.000 Euro dotierte Bertolt-Brecht-Preis der Stadt Augsburg wird im Jahr des 120. Geburtstags Brechts, der sich am heute am 10. Februar 2018 jährt, an Nino Haratischwili für ihre Theaterstücke und ihren Roman „Das achte Leben (Für Brilka)“ vergeben.
Die öffentliche Preisverleihung findet am Donnerstag, 19. April, um 20 Uhr im Goldenen Saal im Rathaus statt. Andreas Platthaus, Ressortleiter Literatur und literarisches Leben bei der FAZ wird die Laudatio sprechen.
Nino Haratischwilis Romane und Theaterstücke lassen sich mit den großen Exildramen Bertolt Brechts in Verbindung bringen. Ihre Begabung, komplizierte historische Prozesse, Revolutionen und Kriege ebenso wie menschliches Versagen, Opportunismus und Machtmissbrauch sowie individuelle Katastrophen in sinnliche Geschichte und großartige Frauenfiguren zu fassen, erinnert an Brechts „Mutter Courage“ und seinen „Kaukasischen Kreidekreis“.
Die Jury des Bertolt-Brecht-Preises unter der Leitung von Kulturreferent Thomas Weitzel begründet die Preisverleihung u.a. mit:
Die 1983 in Tiflis geborene und heute in Hamburg lebende Dramatikerin, Romanautorin und Theaterregisseurin gilt seit ihrem Studium an der Hamburger Theaterakademie mit ihren zahlreichen Theaterstücken, ihren Romanen aber auch mit ihren Inszenierungen, ihrer innovativen praktischen Theaterarbeit, die sie in die Tradition Brechts stellt, in der deutschen Theater- und Literaturlandschaft als großes Talent.
Sie ist spätestens seit dem Erscheinen ihres Romans „Das achte Leben (Für Brilka)“ aber auch einem breiten Publikum bekannt. In diesem 2017 mit großem Erfolg am Hamburger Thalia Theater für die Bühne bearbeiteten Roman schildert Haratischwili den Aufstieg und Fall des Kommunismus von der vorrevolutionären Zeit bis ins Nachwende-Europa aus der Perspektive einer georgischen Familie. Sie beschreibt die Freuden und Verwerfungen eines Jahrhunderts und deren Folgen für die politischen Krisen und Konflikte der Gegenwart.
(Quelle: Sttadt Augsburg)
Weitere Informationen:
www.augsburg.de
www.brechtfestival.de
Titelbild: Nino Haratischwili. Bildnachweis: Danny Merz / Sollsuchstelle