07.08.2008
Benjamin und der Besen
Wenn Frauchen mit dem Besen putzt,
der Benjamin erst steht und stutzt,
dann schleicht er an den Besen sich
und malträtiert ihn fürchterlich.
Er springt ihn an und krallt sich ein,
beißt vor Begeisterung auch rein;
doch daß er absolut nicht schmeckt,
das hat er dabei gleich entdeckt.
"Du dummes Tier, geh´ fort von hier!"
dräut Frauchen dann dem Katertier.
So springt er noch mal hin und her,
doch mit dem Besen läuft nichts mehr.
***
Benjamin im Sommer
In des heißen Sommers Schwüle,
wenn Gewitterluft schon dräut,
Benjamin hat´s gerne kühle,
macht sich dann im Rasen breit.
Alle Viere von sich strecken
- wer das könnte so wie er -
ab und zu das Fell sich lecken,
meistens dösen vor sich her.
Benjamin ist darin Meister
und verschläft der Hitze Frust;
in die zarten Halme beißt er
höchstens mal, wälzt sich mit Lust.
Bis die ersten Tropfen fallen,
dehnt er die Siesta aus,
nur wenn Frauchens Rufe schallen,
trollt er eilig sich ins Haus.
Quelle: Mit freundlicher Genehmigung der Autorin ihrem Gedichtsband "Benjamin, der schwarze Kater" entnommen.
Gertrud Knobloch, im Rheinland geboren, lebt jetzt mit ihrem Mann am Starnberger See in Bayern. Die Mutter zweier erwachsener Söhne und Großmutter eines Enkelkindes war früher Werbeleiterin und Redakteurin und ist heute freie Schriftstellerin. Ihre Gedichte, Essays und Geschichten haben vor allem die Natur und Probleme unserer Zeit zum Thema.