Süßstoffe aus Stevia und damit hergestellte Lebensmittel sind bisher weder in der Europäischen Union noch in Deutschland zugelassen. Die Zulassung wird für Ende des Jahres erwartet, daher preschen verschiedene Firmen vor und bringen ihre Produkte auf den Markt. Sie wollen die Ersten sein, um kräftig zu verdienen.
Für den Verbraucher kann das negative Folgen haben. Da die Zulassung fehlt, werden Stevia-Produkte nicht durch die Lebensmittelbehörden kontrolliert. „Qualität und Zusammensetzung derartiger Produkte können also stark schwanken und auch problematische Zusatzstoffe enthalten“, warnt Gisela Horlemann. Das gilt auch für Süßstoffe mit natürlichen Inhaltsstoffen und natürlichen Zutaten.
Stevia-Süße soll zugelassen werden, vorausgesetzt die Tagesdosis von 4 Milligramm pro Kilo Körpergewicht wird nicht überschritten. Die europäische Lebensmittelaufsichtsbehörde EFSA hat berechnet, dass dies vor allem bei Kindern leicht geschehen kann. Problematisch wird es, wenn häufig steviagesüßte Backwaren, Süßigkeiten und Erfrischungsgetränke verzehrt werden, aber auch beim Einsatz von Süßstoffen im Haushalt.
Die EFSA empfiehlt daher Mengenbeschränkungen und eine Zulassung nur für ausgewählte Lebensmittelgruppen. Da diese Empfehlungen von den EU-Ländern noch nicht umgesetzt wurden, gibt es auch keine Vorgaben für die Produktion. So lange nicht klar ist, welche Mengen in verschiedenen Lebensmitteln eingesetzt werden und es keine Kontrollen durch die Lebensmittelaufsichtbehörden gibt, rät der VerbraucherService Bayern vom Verzehr dieses Süßstoffes ab. Der Verbraucher handelt, wenn er derzeit Stevia-Süßstoffextrakte nutzt, auf eigenes Risiko.
Weitere Informationen:
www.verbraucherservice-bayern.de
(Der Link wurde am 14.10.2011 getestet.)